Archipel invest

Opel ohne Ende III

refunc
Herzogswall 31-37, 45657 Recklinghausen (2014)
Offene Werkstatt des Archipel in√est, Gelsenkirchen (2013)

Im Rahmen der zurückgehenden Autoproduktion im Ruhrgebiet entsteht die Frage, was die Facharbeiter der Automontage mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung anstellen können, wenn man diese mit funktionellem Pioniergeist und ungebremster Kreativität mischt. Das Ziel des Projektes sind neuartige Kombinationen funktioneller Art, sogenannte Refunktionalismen, die Autokomponenten in einem anderen Kontext zu kreativen Bausteinen werden lassen. Es entstehen neue Prototypen und Produkte zum Thema mobiles Wohnen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Gründung des “Klubs der toten Teile”, wo sich Experten der Automobilbranche treffen, fachsimpeln und in einem lockeren Rahmen gemeinsam neue Gegenstände aus Autokomponenten entwickeln können, die funktionell und thematisch den Rahmen des Automobils sprengen.

Zusammen mit einer Gruppe von Experten des Automobilbaus experimentiert das Refunc-Team mit einer neuen Produktionstypologie im Automobilbau. Ein den Facharbeitern bekanntes Modell wird mit Feingefühl in brauchbare Komponenten und Einzelteile zerlegt, die sich zur Komposition neuer Funktionsgegenstände eignen. Jeder Bestandteil des Autos kann etwas Anderes werden. Jedes Element kann mit jedem kombiniert werden – nichts ist, was es war. Die Experten der Wiederverwendung von Refunc geben eine Einführung in die etwas andere Logik der funktionalen Komposition und geben daraufhin den Facharbeitern Raum für Eigeninitiative. Wir nennen diesen Prozess funktionale Entfremdung innerhalb des eigenen Systems oder auch Re-Funktionalisierung.Als Leitfaden benutzt Refunc das Anforderungsprofil einer mobilen Wohnung mit allen notwendigen Funktionen, wie z.B. Küche, Bett, WC, Dusche, Möbel etc.Schlagwörter sind Mobilität, Wiederverwendung, Erfahrung, Wissen, kein Abfall. Das Auto häutet sich und entpuppt sich als ein neues Wesen. Ähnlich wie die ehemaligen Facharbeiter der Autoindustrie, die zu Ingenieuren einer anderen Art mutieren.

Im Herbst 2013 baute refunc in der Offenen Werkstatt des Archipel in√est mit lokalem Wissen und Erfahrung der Opel-Mitarbeiter ein Laboratorium auf, in dem ein gebrauchter Opel Corsa zu einer Sammlung von neuen Produkten wird. Das Ziel war es, das Auto so lange wie möglich mobil zu halten, während gleichzeitig alle möglichen Teile neu kombiniert und refunktionalisiert wurden. Dieser Prozess wird dokumentiert und als sichtbare Sammlung der Komponenten und Resultate ausgestellt. Das Laboratorium hat einen offenen Charakter und ist dem Publikum zugänglich – jeder Input von außerhalb ist willkommen. Nach einer Anlaufphase werden Versuche und erste Resultate der Öffentlichkeit präsentiert.Dieses Experiment hat den Spielraum, sich selbst weiterzuentwickeln und zu einem festen Treffpunkt zum Thema Auto und kreative Wiederverwendung zu werden.

Ab Mai 2014 wird refunc in der ehemaligen Feuerwehr in Recklinghausen tätig.

Terminarchiv

20. Juli 2014
Opel ohne Ende III
16:30 Herzogswall 31-37, 45657 Recklinghausen ab 18 Uhr Trabrennbahn (Recklinghausen Hillerheide)
refunc

Refunc nutzt Baumteile hervorgebracht vom letzten katastrophalen Sturm vor einigen Wochen und relektiert damit schon jetzt die Nutzbarmachung der Überreste zukünftiger Klimakatastrophen.

Sichtbar im Bauprozess in der alten Feuerwerkstatt und ab 18 Uhr im Testbetrieb auf der Trabrennbahn in Recklinghausen

11. Mai 2014
Opel ohne Ende.
Herzogswall 31-37, 45657 Recklinghausen
refunc

13:30 Uhr
Opel ohne Ende, 2. Akt. Aus Autoteilen werden kulinarische Gebrauchsgegenstände. Refunc lädt ein zu Radkappensalat und Zylinderbrause.